Felix BaumannVIEW PROFILE →
Ein Teleskop für die dunkle Energie, das nebenbei gefährliche Asteroiden aufspürt: das Roman-Weltraumteleskop
Das Roman-Weltraumteleskop der NASA soll das größte Rätsel des Kosmos erforschen, die dunkle Energie. Doch Forscher haben entdeckt, dass es ganz nebenbei auch gefährliche Asteroiden aufspüren kann. Ich erkläre, warum das gleich doppelt spannend ist.
Wissenschaft und Weltraum begeistern mich seit jeher, von neuen Studien bis zu den großen Rätseln des Universums, und ich versuche immer, diese komplexen Themen so zu erklären, dass sie Freude machen. Heute habe ich eine Geschichte für euch, die genau das vereint, denn sie handelt von einem Teleskop, das gleich zwei völlig verschiedene, aber faszinierende Aufgaben auf einmal erfüllen kann.
Die Rede ist vom Roman-Weltraumteleskop der NASA, einem der ehrgeizigsten Instrumente, das in nächster Zeit ins All geschickt werden soll. Seine eigentliche Mission klingt fast wie aus einem Science-Fiction-Roman, denn es soll uns helfen, eines der tiefsten Geheimnisse des gesamten Kosmos zu ergründen, nämlich die geheimnisvolle dunkle Energie.
Das größte Rätsel des Kosmos
Vielleicht fragt ihr euch jetzt, was dunkle Energie überhaupt sein soll, und keine Sorge, damit seid ihr nicht allein. Ganz einfach gesagt handelt es sich um eine unsichtbare Kraft, von der Forscher annehmen, dass sie dafür sorgt, dass sich unser Universum immer schneller ausdehnt, und doch weiß bis heute niemand mit Sicherheit, was sie tatsächlich ist.
Genau hier kommt das Roman-Teleskop ins Spiel, denn es besitzt ein außergewöhnlich weites Sichtfeld und kann riesige Bereiche des Himmels auf einmal erfassen. Dadurch kann es Hunderte Millionen von Galaxien vermessen und den Astronominnen und Astronomen dabei helfen, endlich Licht in dieses große Dunkel zu bringen und die Ausdehnung des Universums genauer zu verstehen.
Für mich ist allein diese Hauptaufgabe schon Grund genug, begeistert zu sein, denn wir sprechen hier über nichts Geringeres als das Schicksal unseres gesamten Universums. Doch die eigentliche Überraschung, über die ich unbedingt mit euch sprechen wollte, hat mit etwas viel Handfesterem und für uns Menschen sehr Direktem zu tun.
Ein glücklicher Nebeneffekt

Forscher haben nämlich herausgefunden, dass dasselbe Teleskop, das nach der dunklen Energie sucht, ganz nebenbei auch gefährliche Asteroiden aufspüren kann. Das mag zunächst wie ein kleiner Zusatznutzen klingen, ist in Wahrheit aber ein enorm wertvoller Beitrag zum sogenannten Planetenschutz, also zur Verteidigung unserer Erde vor kosmischen Einschlägen.
Der Grund dafür ist eigentlich ganz logisch, wenn man einen Moment darüber nachdenkt, und genau das liebe ich an der Wissenschaft. Weil das Teleskop den Himmel großflächig und immer wieder absucht, um Galaxien zu kartieren, fallen ihm dabei zwangsläufig auch die kleineren, sich schnell bewegenden Objekte in unserer Nähe auf, zu denen eben auch erdnahe Asteroiden gehören.
So wird aus einem Instrument für die tiefsten Fragen der Kosmologie zugleich ein wachsames Auge, das nach potenziellen Gefahren in unserer eigenen kosmischen Nachbarschaft Ausschau hält. Je früher wir einen solchen Brocken entdecken, desto mehr Zeit hätte die Menschheit, um zu reagieren, und genau deshalb ist jede zusätzliche Beobachtungsmöglichkeit so kostbar.
Warum mich das so begeistert
Was mich an dieser Geschichte am meisten fasziniert, ist die Eleganz, mit der hier ein einziges Werkzeug zwei völlig unterschiedliche Bedürfnisse bedient. Auf der einen Seite die reine Neugier, das Verlangen, die größten Rätsel des Universums zu lösen, und auf der anderen der sehr praktische Wunsch, unseren eigenen Planeten sicherer zu machen.
Ich werde die Mission des Roman-Teleskops natürlich weiter für euch verfolgen und berichten, sobald es die ersten Bilder und Ergebnisse liefert. Denn für mich zeigt gerade dieses Projekt auf wunderbare Weise, dass Grundlagenforschung und ganz konkreter Nutzen keine Gegensätze sind, sondern oft Hand in Hand gehen, wenn wir nur mutig genug nach oben schauen.






