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Weltraumjahr 2026: Deutsche Exoplaneten-Mission PLATO, Rückkehr zum Mond und neue Erdbeobachtungssatelliten

climate2026-08-20 · 3 min read · 139 reads

Das Jahr 2026 wird für die europäische Raumfahrt spektakulär. Im Mittelpunkt steht die Mission PLATO unter deutscher Führung, die nach erdähnlichen Planeten sucht. Hinzu kommen die Mondmission Artemis II und mehrere neue Erdbeobachtungssatelliten.

Das Jahr 2026 verspricht, ein außergewöhnlich spannendes Kapitel in der Geschichte der europäischen Raumfahrt aufzuschlagen. Sowohl die Europäische Weltraumorganisation ESA als auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, kurz DLR, haben einen dicht gefüllten Missionskalender vorgelegt. Von der Suche nach fernen Planeten über die Rückkehr zum Mond bis hin zur genauen Beobachtung unserer eigenen Erde ist alles dabei.

Die Exoplaneten-Mission PLATO

Das absolute Highlight aus deutscher Sicht ist zweifellos die Mission PLATO. Der Start ist für das Ende des Jahres 2026 vorgesehen und soll mit einer Ariane-6-Trägerrakete erfolgen, die mit zwei Boostern ausgestattet ist. Als Startort dient der europäische Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana. Das Hauptziel der Mission ist die Entdeckung erdähnlicher Planeten, die sonnenähnliche Sterne umkreisen.

Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, ist das Weltraumteleskop mit einer beeindruckenden Ausstattung versehen. Insgesamt 26 einzelne Kameras werden dabei mehr als 200.000 Sterne in unserer Milchstraße ins Visier nehmen. Zum Einsatz kommt die sogenannte Transitmethode, bei der Planeten aufgespürt werden, wenn sie vor ihrem Heimatstern vorbeiziehen und dabei dessen Licht ganz leicht abdunkeln.

Der Zielort von PLATO ist ein ganz besonderer Punkt im All. Das Teleskop wird zum Lagrange-Punkt 2 reisen, der sich rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt befindet. An genau diesem Ort ist auch das berühmte James-Webb-Teleskop stationiert. Bemerkenswert ist zudem, dass PLATO die erste wissenschaftliche Mission sein wird, die mit der neuen Ariane 6 ins All startet, deren Jungfernflug im Juli 2024 stattfand.

Deutsche Führungsrolle bei PLATO

Die Suche nach erdähnlichen Planeten rückt 2026 in den Mittelpunkt der europäischen Raumfahrt. (Symbolbild)
Die Suche nach erdähnlichen Planeten rückt 2026 in den Mittelpunkt der europäischen Raumfahrt. (Symbolbild)

Deutschland spielt bei diesem Vorhaben eine zentrale und leitende Rolle. Das DLR führt das sogenannte Nutzlastkonsortium der Mission an und trägt somit maßgebliche Verantwortung. Die wissenschaftliche Leitung des Konsortiums liegt in den Händen von Professorin Heike Rauer, die am DLR-Institut für Planetenforschung sowie an der Freien Universität Berlin tätig ist und das Projekt entscheidend prägt.

Auch die deutsche Industrie und Forschung sind stark eingebunden. Das Unternehmen OHB in Bremen fungiert als Hauptauftragnehmer, während Firmen wie Thales Alenia Space und Beyond Gravity als industrielle Partner mitwirken. Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung ist zudem für die Verwaltung des PLATO-Datenzentrums zuständig, in dem die wertvollen wissenschaftlichen Erkenntnisse gebündelt werden.

Die wissenschaftliche Bedeutung von PLATO kann kaum überschätzt werden. Anders als viele bisherige Missionen konzentriert sich das Teleskop gezielt auf die Suche nach terrestrischen, also gesteinsartigen Exoplaneten, die sich in der sogenannten bewohnbaren Zone ihrer Sterne befinden. In dieser Zone könnten die Bedingungen für flüssiges Wasser und somit potenziell für Leben herrschen, was die Mission zu einer echten Fahndung nach einer zweiten Erde macht.

Neue Satelliten zur Erdbeobachtung

Neben dem Blick in die Ferne richtet sich der Fokus 2026 auch verstärkt auf unseren Heimatplaneten. Im dritten Quartal des Jahres soll der Satellit FLEX mit einer Vega-C-Rakete starten, dessen Aufgabe die globale Überwachung der Pflanzengesundheit ist. Diese Daten sind für die Landwirtschaft und die Klimaforschung von unschätzbarem Wert und liefern wichtige Erkenntnisse über den Zustand der Vegetation.

Die Reihe der Erdbeobachtungsmissionen setzt sich fort. Ebenfalls im dritten oder vierten Quartal ist der Start des Satelliten Copernicus Sentinel-3C mit einer Vega-C-Rakete aus Französisch-Guayana geplant. Hinzu kommt der Wettersatellit MetOp-SG B1, der voraussichtlich im gleichen Zeitraum mit einer Ariane-6-Rakete ins All gebracht wird und die Wettervorhersage in Europa verbessern soll.

Zurück zum Mond mit Artemis II

Eines der weltweit am meisten beachteten Ereignisse wird die Mondmission Artemis II sein. Ihr Start ist spätestens für April 2026 vorgesehen. An Bord befinden sich vier Astronautinnen und Astronauten, nämlich Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch aus den Vereinigten Staaten sowie der Kanadier Jeremy Hansen. Die Besatzung wird den Mond während der rund zehntägigen Mission umkreisen.

Europäische Astronauten und weitere Ziele

Auch die europäische bemannte Raumfahrt macht Schlagzeilen. Die französische ESA-Astronautin Sophie Adenot wird ihre Langzeitmission mit dem Namen Epsilon antreten. Ihr Start zur Internationalen Raumstation ist für den 15. Februar 2026 oder später mit einer Dragon-Kapsel im Rahmen der Crew-12 geplant. Der Aufenthalt im All soll insgesamt rund sechs Monate dauern und zahlreiche Experimente umfassen.

Der prall gefüllte Kalender hält noch weitere Höhepunkte bereit. Im September ist ein Vorbeiflug der Raumsonde Juice an der Erde geplant, um Schwung für ihre weitere Reise zu holen. Im November folgt dann der lang erwartete Eintritt der Sonde BepiColombo in die Umlaufbahn des Planeten Merkur. Das Jahr 2026 wird damit zu einem wahren Feuerwerk der Weltraumforschung und der wissenschaftlichen Entdeckungen.

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