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Schwarzes Loch zerreißt massereichen Stern: „the Whippet" ist eine der energiereichsten Sternexplosionen aller Zeiten
Astronomen haben mit AT2024wpp, Spitzname „the Whippet", eines der energiereichsten Sternereignisse überhaupt beschrieben. Ein Schwarzes Loch zerriss einen massereichen Stern und setzte kurzzeitig so viel Energie frei wie 400 Milliarden Sonnen, während Hinweise darauf deuten, dass eine dichte S
Astronomen haben eines der energiereichsten Sternereignisse beschrieben, das jemals beobachtet wurde. Das Ereignis mit der offiziellen Bezeichnung AT2024wpp, das den Spitznamen „the Whippet" erhielt, entstand, als ein Schwarzes Loch einen massereichen Stern zerriss. Auf dem Höhepunkt setzte der Ausbruch so viel Energie frei wie rund 400 Milliarden Sonnen, ein Wert, der die Vorstellungskraft sprengt.
Die schiere Wucht des Ereignisses zeigt sich in den gemessenen Werten. Die durch die Explosion ausgelöste Schockwelle raste mit etwa einem Fünftel der Lichtgeschwindigkeit nach außen und verebbte erst nach ungefähr einem halben Jahr. Damit übertrifft AT2024wpp selbst die stärksten bekannten Supernovae deutlich und zählt zu den gewaltigsten kosmischen Explosionen, die je registriert wurden.
Für eine echte Überraschung sorgte eine Beobachtung Monate nach der eigentlichen Explosion. Die Forscher registrierten Helium, das sich mit über 6.000 Kilometern pro Sekunde auf die Erde zubewegte. Dieses ungewöhnlich schnelle Signal deutet darauf hin, dass eine dicht gebundene Struktur die anfängliche Katastrophe möglicherweise überstanden hat, statt vollständig zerrissen zu werden.
Die Entdeckung
Aufgespürt wurde das Ereignis von Anna Ho, Assistenzprofessorin an der Cornell University, mithilfe der Zwicky Transient Facility am Palomar-Observatorium in Kalifornien. Diese Durchmusterung des Himmels ist darauf ausgelegt, plötzlich aufleuchtende Objekte zu erfassen. Innerhalb nur eines Tages bestätigten das Liverpool-Teleskop auf den Kanarischen Inseln und der NASA-Satellit Swift den Fund.
In der Folge kam eine ganze Reihe leistungsstarker Instrumente zum Einsatz. Die Entfernung des Ereignisses bestimmten R. Michael Rich von der UCLA und Yu-Jing Qin vom Caltech. Weitere Beobachtungen lieferten das Keck-Observatorium, das Magellan-Observatorium sowie das Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte, sodass nach und nach ein detailliertes Bild des extremen Geschehens entstehen konnte.
Ein Stern, zerrissen von einem Schwarzen Loch

Im Kern des Ereignisses steht ein massereicher Stern, der einem Schwarzen Loch zu nahe kam. Dessen gewaltige Gezeitenkräfte rissen den Stern regelrecht auseinander. Solche Vorgänge gehören ohnehin zu den dramatischsten Erscheinungen im Universum, doch die Energie von AT2024wpp lag weit über allem, was bei vergleichbaren Ereignissen bislang jemals gemessen worden war.
„Dies war um ein Vielfaches energiereicher als jedes vergleichbare Ereignis und energiereicher als jede bekannte Explosion, die durch den Kollaps eines Sterns angetrieben wird", sagte Hauptautor Daniel Perley, außerordentlicher Professor für Astrophysik an der Liverpool John Moores University. Die zugehörige Studie erschien in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society und wurde im August 2026 breit aufgegriffen.
Was überlebt haben könnte
Besonders rätselhaft bleibt der Hinweis, dass etwas die Katastrophe überdauert haben könnte. Das mit hoher Geschwindigkeit bewegte Helium legt nahe, dass im Zentrum des Geschehens eine dicht gebundene Struktur zurückblieb, anstatt sich vollständig aufzulösen. Genau dieses Detail wollen die Forscher in weiteren Untersuchungen noch genauer unter die Lupe nehmen und erklären.
Ereignisse dieser Größenordnung verschieben die Grenzen dessen, was Astronomen über das Zerreißen von Sternen durch Schwarze Löcher zu wissen glaubten. Sie machen deutlich, dass die physikalischen Prozesse rund um massereiche Schwarze Löcher noch extremer ausfallen können als bisher angenommen, und werfen zugleich neue Fragen über die genauen Abläufe solcher Katastrophen auf.
Ausblick
AT2024wpp reiht sich in eine Klasse besonders energiereicher Ereignisse ein, bei denen massereiche Sterne in die unmittelbare Nähe Schwarzer Löcher geraten und dort auseinandergerissen werden. Erst moderne, automatisierte Himmelsdurchmusterungen wie die Zwicky Transient Facility machen es überhaupt möglich, solche seltenen und kurzlebigen Ausbrüche rechtzeitig aufzuspüren und anschließend gezielt zu verfolgen.
Mit immer empfindlicheren Teleskopen und systematischen Durchmusterungen des Himmels dürften künftig weitere derartige Ereignisse entdeckt werden. Jedes einzelne davon liefert den Forschern ein natürliches Laboratorium, um die Physik unter den extremsten Bedingungen des Universums zu studieren, und hilft dabei, das Zusammenspiel von Sternen und Schwarzen Löchern besser zu verstehen. Der „Whippet" markiert dabei einen neuen Rekord und zugleich ein offenes Rätsel, das die Astronomie noch länger beschäftigen wird.





